Für wen

Wenn Professionalität Entscheidungen weichzeichnet

Unternehmen in Familieneigentum

Meine Auftraggeber sind weitgehend Unternehmen in Familieneigentum – unabhängig davon, ob sie durch Eigentümer oder durch angestellte Geschäftsführungen geführt werden. Auch Unternehmen mit mehreren tausend Mitarbeitern gehören dazu.

Gerade dort, wo Eigentum und operative Führung getrennt sind, entstehen Rollenüberlagerungen, die Entscheidungen verzerren, ohne sichtbar zu werden. Ein angestellter Geschäftsführer entscheidet formal, aber mit implizitem Blick auf Gesellschaftererwartungen. Ein Beirat berät, aber mit unausgesprochener Eigentümerloyalität.

Die Überlagerung liegt oft nicht in einer Person, sondern zwischen Personen und Rollen. Genau dort entfaltet Rollentrennung ihre stärkste Wirkung.


Wann diese Arbeit passt

Diese Arbeit passt, wenn:

  • die eigentlich notwendigen Entscheidungen ausbleiben – nicht aus Unfähigkeit, sondern weil sie den bisherigen Erklärungsrahmen sprengen würden
  • Verantwortung formal geklärt, aber faktisch verwässert ist
  • bestehende Erfolgskonzepte nicht mehr tragen, aber noch nicht losgelassen wurden
  • individuelle Klarheit vorhanden ist, im System aber nicht wirksam wird

Typischerweise sind das Situationen, in denen viel analysiert, diskutiert und vorbereitet wird – aber die kontrastreichen Entscheidungen ausbleiben.


Welche Haltung es braucht

Diese Arbeit ist unbequem – sie stellt Gewissheiten in Frage und macht Unterschiede sichtbar, die im Alltag geglättet werden. Das ist kein Nebeneffekt, sondern der Kern.

Sie setzt die Bereitschaft voraus, Entscheidungen explizit zu treffen – auch dort, wo Sicherheit nicht herstellbar ist.

Wer Klarheit sucht, um handeln zu können, findet hier Anschluss.


Wann diese Arbeit nicht passt

Diese Arbeit ist nicht sinnvoll, wenn:

  • Entscheidungen bereits getroffen sind und nur legitimiert werden sollen
  • Ergebnisse feststehen, der Weg aber offen wirken soll
  • Harmonie wichtiger ist als Klarheit
  • Verantwortung formalisiert, aber nicht wirklich getragen werden soll

In solchen Situationen würde Kontrast keinen Fortschritt bringen, sondern nur Widerstand erzeugen.


Einstieg

Ein klar formulierter Auftrag ist keine Voraussetzung. Häufig besteht der Anlass gerade darin, dass unklar ist, welche Entscheidung eigentlich ansteht, wer sie treffen kann oder welche Annahmen die Situation prägen.

Diese Unklarheit ist kein Defizit, sondern der eigentliche Arbeitsgegenstand.

Klarheit entsteht im Prozess – nicht vorab.

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